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Was ist der Grund für eine Ausbildung in Kunststofftechnik?


Markt

VIDEO: Kunststofftechnik studieren
OTH Amberg-Weiden

Im Zuge meiner Recherche zum Fachkräftemangel in der Kunststoffindustrie stieß ich auf einen Clip namens Echtplastik – der Film (Kunststofftechnik an der Hochschule Darmstadt). Dieser brachte mich auf die Idee, meine Redaktionskollegin zu fragen, warum sie sich für ebenjenen Studiengang entschied. Zu meinem Erstaunen lieferte ChatGPT im Anschluss frappierend ähnliche Argumente.

Kunststofftechnik-Studierende der THWS bei einer Konstruktionsübung mit 3D-CAD-System am PC

Studenten der THWS bei einer Konstruktionsübung mit 3D-CAD-System am PC: ein wichtiger Teil des Studiengangs Kunststofftechnik. (Bild: Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt)

In Echtplastik – der Film werben Studenten der Hochschule Darmstadt für den Studiengang Kunststofftechnik. Gemäß einer dialektischen Erörterung zeigen sie zu Anfang des knapp zweiminütigen Clips die potenziellen Umweltschäden, die Plastik verursachen kann. Sie stellen jedoch klar, dass nicht Plastik als Stoff das Problem darstellt, sondern der unsachgemäße Umgang damit – beispielsweise durch achtloses Wegwerfen in Wäldern.

Im weiteren Verlauf plädieren die Studenten zwar für plastikfreies Einkaufen, stellen im gleichen Satz jedoch die rhetorische Frage, wie „ein Leben komplett ohne Kunststoff“ aussehen würde. Sie weisen auf die hohe Alltagsrelevanz und medizinische Notwendigkeit von Produkten aus Kunststoff hin, wollen jedoch ebenso „Recycling von Anfang an mitdenken“.

Offensichtlich befindet sich das Thema Plastik – von der Herstellung bis zur Entsorgung und Wiederverwertung – in einem Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie, zwischen Nachhaltigkeit und Nutzen. Kann ein Kunststofftechnik-Studium zur Lösung dieser Problemstellungen beitragen?

Studierte an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt Kunststofftechnik und arbeitet heute als Technikjournalistin: Dipl.-Ing. Simone Fischer. (Bild: Privat)

Eine studierte Kunststofftechnikerin im Technikjournalismus

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Meine Redaktionskollegin Simone Fischer studierte von 1992 bis 1997 an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) Kunststofftechnik und schloss das Studium als Diplom-Ingenieurin ab. Sie war folglich die passende Adressatin für die Frage, warum man sich für diesen Studiengang entscheiden sollte, ihre Antwort fiel folgendermaßen aus: „Ich habe Kunststofftechnik studiert, weil ich im Recycling von Kunststoffen Potential erkannt habe. Die Wahl meines Studiengangs fiel in die Zeit, in der der Gelbe Sack in Deutschland ausgerollt wurde. Ich dachte mir, um in diese Branche einsteigen zu können, musst du erst mal die Hintergründe kennen und so habe ich mich in Würzburg um einen Studienplatz für Kunststofftechnik mit dem Schwerpunkt Kautschuktechnologie beworben.“

Dass sich dann im Laufe des Studiums ihr Schwerpunkt vom Kunststoffrecycling auf die Kunststoffoberfläche verlagert hat, brachten die Studieninhalte mit sich. Aber ihr Interesse am Thema Kunststoffrecycling blieb erhalten. Heute verfolgt sie als Redakteurin beim PLASTVERARBEITER das Thema Recycling mit besonderem Interesse und stellt schon mal eine Extrafrage beziehungsweise schaut hinter die Kulissen. In einem Punkt ist sich Simone Fischer ganz sicher: „Wer sich für die Themen Umwelt und nachhaltige Werkstoffe einsetzen will, der ist mit einem Studium der Kunststofftechnik sehr gut aufgestellt. Denn er lernt vom Additiv bis zum Zerkleinerer alle Facetten der Branche kennen und kann dieses breitgefächerte Wissen für einen besseren Umgang mit Ressourcen einsetzen. Denn nur mit dem richtigen Wissen können die notwendigen Veränderungen gelingen.“

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So beantwortet ChatGPT die Frage: „Warum sollte man Kunststofftechnik studieren?“

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Künstliche Intelligenz ist im Jahr 2023 omnipräsent. Aus diesem Grund stellte ich die Frage „Warum sollte man Kunststofftechnik studieren?“ auch ChatGPT, einem Bot, der mittels maschineller Lerntechnologie Antworten generiert. Das System antwortete wie folgt:

„Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum jemand Kunststofftechnik studieren sollte. Kunststofftechnik ist ein spezialisiertes Ingenieurfachgebiet, das sich mit der Herstellung, Verarbeitung, Anwendung und Entwicklung von Kunststoffen befasst. Hier sind einige Gründe, warum das Studium der Kunststofftechnik eine gute Wahl sein könnte:

  • Vielseitige Anwendungen: Kunststoffe werden in nahezu allen Branchen eingesetzt, von der Automobilindustrie über die Medizintechnik bis hin zur Verpackungsindustrie. Ein Studium der Kunststofftechnik ermöglicht es dir, an einer breiten Palette von Projekten und Anwendungen zu arbeiten.
  • Innovation und Forschung: Die Kunststoffindustrie ist ständig bestrebt, innovative Materialien und Herstellungsverfahren zu entwickeln. Als Kunststofftechnik-Student hast du die Möglichkeit, an Forschungsprojekten teilzunehmen, die zur Entwicklung neuer und verbesserter Kunststoffe und Technologien führen können.
  • Umweltbewusstsein: Die Entwicklung nachhaltiger Kunststoffe und Recyclingverfahren ist von entscheidender Bedeutung, um die Umweltauswirkungen der Kunststoffindustrie zu reduzieren. Als Kunststofftechnik-Experte kannst du an der Gestaltung umweltfreundlicherer Materialien und Prozesse arbeiten.
  • Nachfrage nach Fachleuten: Die Kunststoffindustrie ist global groß und wächst stetig. Es gibt eine hohe Nachfrage nach qualifizierten Kunststofftechnikern, die in verschiedenen Bereichen wie Materialentwicklung, Prozessoptimierung, Qualitätskontrolle und Produktentwicklung arbeiten können.
  • Technologische Entwicklung: Die Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffen erfordert fortschrittliche Technologien und Anlagen. Ein Kunststofftechnik-Studium vermittelt dir Kenntnisse über diese Technologien und wie sie angewendet werden.
  • Karrieremöglichkeiten: Absolventen eines Kunststofftechnik-Studiums haben die Möglichkeit, in verschiedenen Rollen zu arbeiten, darunter Ingenieure, Forscher, Qualitätsmanager, Produktentwickler und mehr.
  • Internationale Zusammenarbeit: Die Kunststoffindustrie ist international vernetzt. Ein Studium in Kunststofftechnik kann dich darauf vorbereiten, in einem globalen Umfeld zu arbeiten und mit Fachleuten aus verschiedenen Ländern zusammenzuarbeiten.
  • Kreativität und Design: Die Kunststofftechnik eröffnet Möglichkeiten, innovative Produkte zu gestalten. Von der Formgebung bis zur Materialauswahl kannst du kreativ daran arbeiten, neue Produkte zu entwerfen und herzustellen.
  • Persönliche Entwicklung: Ein Studium der Kunststofftechnik erfordert analytisches Denken, Problemlösungsfähigkeiten und technisches Verständnis. Diese Fähigkeiten können in vielen anderen Bereichen des Lebens nützlich sein.
  • Beitrag zur Gesellschaft: Durch die Entwicklung von Kunststoffen, die in lebenswichtigen Bereichen wie Medizin oder Technologie eingesetzt werden, kannst du einen direkten Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität und des Fortschritts in der Gesellschaft leisten.

Letztendlich hängt die Entscheidung, Kunststofftechnik zu studieren, von deinen persönlichen Interessen, Karrierezielen und Neigungen ab. Es ist wichtig, die verschiedenen Aspekte des Fachgebiets zu erforschen, um sicherzustellen, dass es zu deinen Zielen passt.“

Sowohl Simone als auch ich waren von der Ähnlichkeit der Antworten überrascht. ChatGPT bedient sich offensichtlich auch aus dem lebensreellen Wissensfundus studierter Kunststofftechnikerinnen.

Auch das Laborpraktikum am Rasterelektronenmikroskop gehört zum Studium der Kunststofftechnik. (Bild: Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt)

Alles zum Thema Biokunststoffe

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Eine Hand reißt einen Papierstreifen weg. Darunter steht das Wort "Biokunststoff"

Wissenswertes über Biokunststoffe finden Sie in unserem Übersichtsartikel. (Bild: thingamajiggs - stock.adobe.com)

Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Zukunft müssen verschiedenste Rädchen ineinander greifen. Doch wie schaffen wir es, die Dekarbonisierung unserer Gesellschaft umzusetzen? Biokunststoffe sind ein wichtiger Hebel um diesem Ziel näher zu kommen. Doch was wird unter einem Biokunststoff eigentlich verstanden? Wo werden diese bereits eingesetzt? Und ist "Bio" wirklich gleich "Bio"? Wir geben die Antworten. Alles, was Sie zu dem Thema wissen sollten, erfahren Sie hier.

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MEINS Reportage

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Author: Janet Green

Last Updated: 1703501521

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Name: Janet Green

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